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Nach Schätzungen sind 3% der Weltbevölkerung mit Hepatitis-C-Virus (HCV) infiziert. Weltweit gilt die Infektion mit dem Hepatitis-C-Virus (HCV) als eine der häufigsten Ursachen der chronischen Hepatitis, Leberzirrhose und des hepatozellulären Karzinoms. Ausgehend von epidemiologischen Untersuchungen wurde für Deutschland eine Prävalenz der HCV-Infektion von 0,4% errechnet

Damit ist die HCV-Infektion hinsichtlich Morbidität und Mortalität sowie der hierdurch verursachten Kosten von erheblicher Bedeutung. Epidemiologisch fällt zudem auf, dass ein erheblicher Teil der Betroffenen osteuropäischer oder zentralasiatischer Herkunft ist.

Bei etwa 20% kommt es nach der Infektion zur spontanen Klärung des Virus. Dabei scheinen Menschen, bei denen es nach der Infektion zu einer akuten Hepatitis eher in der Lage zu sein, das Virus zu eliminieren, als solche, bei denen die akute Phase der Erkrankung asymptomatisch verläuft. Auch bei Personen, die nur geringen Inokulationsdosen ausgesetzt wurden, wie zum Beispiel nach einem Nadelstich, intravenöser Drogenabusus oder aber Sexualverkehr, scheint die Infektion nur selten in ein chronisches Stadium überzugehen.

Neben den bekannten Übertragungswegen des Virus wird immer wieder die Übertragung durch Sexualverkehr diskutiert. Gesichert ist, dass es das Virus durch Analverkehr oder während des Stadiums der akuten Infektion auf den Sexualpartner übertragen werden kann. Diverse epidemiologische Studien zeigen übereinstimmend, dass das Übertragungsrisiko sowohl bei Vaginal- als auch Oralverkehr sehr gering ist. Es konnte gezeigt werden, dass ein Teil dieser auf sexuellem Weg exponierten Personen zwar eine HCV-spezifische T-zelluläre Immunantwort entwickelt, es jedoch weder zu einer nachweisbaren Viruslast oder einer Serokonversion kommt.

Dies bedeutet, dass bei diesen Personen zu keinem Zeitpunkt Antikörper gegen HCV nachweisbar sind, obwohl sie offensichtlich mit dem Virus in Kontakt waren. Die bei diesen Personen vorhandenen CD4-T-Zellen sind spezifisch gegen hoch konservierte immundominante Epitope innerhalb des Nichtstrukturprotein 3 (NS3) gerichtet. Daher vermutet man, dass den NS3-spezifischen CD4-T-Zellen eine Schlüsselrolle bei der Immunantwort sowie der Klärung des Virus zukommt.

In einer neueren Untersuchung, bei der das Virus eines 28-jährigen Patienten mit chronischer HCV-Infektion über einen Zeitraum von 8 Jahren untersucht wurde, erfolgt zugleich eine Kontrolle seiner Sexualpartnerin. Diese war kurz nach der Entfernung einer intrauterinen Spirale nach erfolgtem Sexualverkehr mit ihrem Partner zu einer akuten HCV-Infektion. Durch die hierdurch verursachte Verletzung der Zervixschleimhaut wurde dem Virus eine vergrößerte Angriffsfläche geboten, wodurch es vermutlich erst zur Infektion gekommen ist. Nach 8 Wochen hatte die Frau die Infektion überstanden und blieb in der Folge virusfrei.

Analysen des Mannes ergaben eine Vielzahl verschiedener HCV-Quasispezies. Bei der Frau fanden sich hingegen während der akuten Infektion nur sehr wenig unterschiedliche HCV-RNA-Sequenzen. Auch war die Mutationsrate über diesen Zeitraum viel geringer als beim Mann. Zusammengefasst fand sich aus der Vielzahl des Partners nur ein einziges Virus. Man muss daher davon ausgehen, dass der sexuelle Übertragungsweg als Flaschenhals fungiert. Es werden offensichtlich beim Sexualverkehr nur sehr wenige Viren übertragen. Gefolgert werden kann daher, dass das Immunsystem durch diese „singuläre” Infektion nicht überlastet ist oder aber sich erwehren kann, was dazu führt, dass es nicht zur Serokonversion kommt.

Diese Erkenntnisse sind bei der Beratung von betroffenen Paaren von Bedeutung. (Prof. Dr. Tino F. Schwarz, Gelbfieber-Impfstelle, Facharzt für Labormedizin, Medizinische Mikrobiologie und Infektionsepidemiologie, Würzburg; Redaktion medizin.de).
Quelle medizin.de

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