150.000 Menschen erleiden jedes Jahr einen Schlaganfall. 40% überleben den Anfall nicht, von dem Rest bleiben 60% für immer von ihm gezeichnet. Doch obwohl Schlaganfall so viele Menschen bedroht, ist das Wissen um Risikofaktoren in der Bevölkerung sehr gering. Dabei kann gezieltes Vorbeugen das Risiko vermindern, einen Schlaganfall zu erleiden.
32 Prozent der rund 28.000 Befragten im Alter von über 50 Jahren konnten keinen einzigen Risikofaktor für Schlaganfall benennen, nur 13 Prozent kannten vier Faktoren. "Potenziell gefährdete Personen waren dabei zum Teil nicht besser informiert als jene mit geringerem Risiko", so Prof. Dr. Stefan Willich, Leiter der Forschergruppe an der Berliner Charité, die eine Studie zu dem Thema durchgeführt hat.

Schlaganfall ist die dritthäufigste Todesursache und die häufigste Ursache für erworbene Behinderungen im Erwachsenenalter in Deutschland. Jedes Jahr erleiden hierzulande mehr als 150.000 Menschen erstmals einen Schlaganfall, davon versterben rund 40 Prozent binnen eines Jahres. Fast zwei Drittel der Patienten, die einen Schlaganfall überleben, sind behindert und auf fremde Hilfe angewiesen.

Effektive und zielgerichtete Aufklärung über Risiken und Symptome des Schlaganfalls könnte viele Schlaganfälle verhindern bzw. seine gesundheitlichen Folgen und Kosten mindern. Studien belegen für den Schlaganfall, dass durch konsequente Verminderung der wichtigsten beeinflussbaren Risikofaktoren, wie Bluthochdruck, Diabetes, Rauchen, Bewegungsmangel und Fettstoffwechselstörungen, ein großer Teil der Erkrankungen verhindert werden könnte. Neben den beeinflussbaren gibt es auch nicht beeinflussbare Faktoren wie Lebensalter, Herzfehler und Vererbung.

Das Wissen über die Erkrankung war bei den Personen besser,die ein geringeres Alter, einen höheren Bildungsstand und die deutsche Staatsangehörigkeit hatten sowie in einem Mehrpersonenhaushalt lebten. Außerdem waren Teilnehmer besser über Risikofaktoren informiert, wenn sie die Information innerhalb des letzten Jahres erhalten hatten.

Die überwiegende Mehrheit bezog ihre Informationen aus den Massenmedien (82 Prozent), gefolgt von Familien und Freunden (45 Prozent) und Hausärzten (20 Prozent). Dabei erhielten potenziell gefährdete Personen, wie ältere Menschen, Männer und jene Patienten mit einer Schlaganfallvorgeschichte, eher Informationen durch ihren Hausarzt. "Die Studie macht deutlich, dass es noch einen deutlichen Aufklärungsbedarf in der Bevölkerung, insbesondere in den Risikogruppen, gibt", betont Willich.

Die Studie:

An der schriftlich durchgeführten Befragung beteiligten sich 28.090 von 75.720 zufällig ausgewählten Berliner Bürgern im Alter von über 50 Jahren. Die Altersgruppe der über 50-Jährigen wurde ausgewählt, da das Schlaganfallrisiko mit zunehmendem Lebensalter deutlich ansteigt. Neben dem Wissen über Risikofaktoren und dem soziodemografischen Hintergrund (Alter, Geschlecht, Bildungsniveau und Nationalität) wurden auch die Informationsquellen erfragt. Die Befragten konnten bis zu vier Risikofaktoren angeben.

Das Ergebnis: 32 Prozent kannten keinen einzigen Risikofaktor, 10 Prozent nannten einen, 20 Prozent zwei, 25 Prozent drei und 13 Prozent vier richtige Risikofaktoren. Dabei waren Bluthochdruck, Rauchen und Übergewicht die am häufigsten erwähnten Risikofaktoren, während Diabetes und Herzerkrankungen weniger bekannt waren. Die wichtige Beziehung zwischen Herz und Hirn, die Kenntnis, dass ein Schlaganfall - also ein Hirninfarkt - sehr ähnliche Ursachen haben kann wie ein Herzinfarkt, war nicht weit verbreitet. Zudem waren potenziell gefährdete Gruppen wie z. B. ältere Personen und Patienten, die bereits einen Schlaganfall erlitten hatten - und damit ein hohes Risiko für einen weiteren Hirninfarkt aufwiesen -, nicht zwangsläufig besser informiert als jene mit geringerem Risiko.
Quelle: MEDIZINauskunft.de

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