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Im Verdauungstrakt HIV-infizierter Menschen fanden Forscher doppelt so viele Viren wie in bestimmten Immunzellen. Das macht den Darm zum gefährlichen Viren-Reservoir.

Der Darm dient nicht nur als Verdauungsorgan, er hat auch die Aufgabe, mit der Nahrung aufgenommene Krankheitserreger abzublocken. Aus diesem Grund ist er mit lymphatischem Gewebe ausgestattet, das eine Vielzahl von Immunzellen enthält. Wissenschaftler der University of California haben herausgefunden, dass sich bei HIV-infizierten Menschen dort große Mengen an Viren verschanzen.

Damit haben die Forscher neben den Lymphknoten und bestimmten weißen Blutkörperchen, den so genannten Monozyten, ein weiteres System entdeckt, in dem sich die Erreger bevorzugt festsetzen – und wo ihnen die derzeit verabreichten Medikamente wenig anhaben können.

Reservoir für den Erreger

Das Wissenschaftlerteam hatte 15 HIV-Patienten untersucht, die bereits seit längerem antivirale Medikamente einnahmen. Dabei stellten die Forscher fest, dass die Pillen offenbar keine Wirkung auf die im lymphatischen Gewebe befindlichen Viren hatte – das Darmgewebe bildet somit ein Reservoir für die Immunschwächereger.

Eine Hochrechnung ergab, dass die Zahl der mit Viren verseuchten Zellen im lymphatischen Gewebe des Darms mit 160 000 sogar mehr als doppelt so hoch war wie die der befallenen Monozyten.

Die Studie liefert einen weiteren Hinweis dafür, warum sich HI-Viren so schwer aus dem Körper vertreiben lassen. Um das Virus dauerhaft aus dem Körper zu verbannen ,sei daher ein anderer Therapieansatz als die derzeit angewendete antivirale Behandlung notwendig.
Quelle: focus.msn.de

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