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Columbus (ddp). Körpereigene Zuckervarianten könnten in Zukunft dabei helfen, Eierstockkrebs schon in einem frühen Stadium zu diagnostizieren: Amerikanische Forscher haben entdeckt, dass das Blut erkrankter Frauen andere Arten von Zuckermolekülen enthält als das einer gesunden Vergleichsgruppe. Sollte sich der Befund auch in größeren Studien bestätigen, könnte das abweichende Zuckerprofil erstmals eine sichere Frühdiagnose von Eierstockkrebs ermöglichen. Damit würden sich auch die Heilungschancen dieser Krebsart verbessern lassen, die in den gut behandelbaren frühen Stadien praktisch keine typischen Symptome verursacht und daher meist erst sehr spät entdeckt wird. Über ihre Arbeit berichtet das Team um Carlito Lebrilla von der Universität von Kalifornien in Davis in der Fachzeitschrift „Journal of Proteome Research” (Online-Vorabveröffentlichung, DOI: 10.1021/pr060010k). Die meisten bisher verfügbaren Bluttests zur Früherkennung von Krebs, wie beispielsweise der PSA-Test für Prostatakrebs, reagieren auf Eiweißstoffe im Blut, die von dem betroffenen Gewebe oder von den Krebszellen selbst produziert werden. Der korrekte Nachweis solcher Markerproteine ist jedoch sehr schwierig und hängt von einer ganzen Reihe von Faktoren ab. So produzieren beispielsweise nicht alle Arten von Tumoren die gleichen Eiweiße, selbst wenn sie das gleiche Organ befallen. Auch müssen für einen solchen Test sehr spezielle Erkennungsproteine entwickelt werden, die wiederum häufig nicht auf alle Varianten eines Markers reagieren. Aus diesem Grund wählten Lebrilla und seine Kollegen nun einen anderen Ansatz: Anstatt nach komplexen Eiweißmolekülen zu suchen, konzentrierten sich die Forscher auf die vergleichsweise einfachen Zuckermoleküle, die an die Oberflächen der meisten Zellarten angedockt sind und dort unterschiedliche Funktionen erfüllen. Dazu verglichen sie zuerst die Zuckerprofile verschiedener Eierstockkrebszellen im Labor und untersuchten anschließend Blutproben von fünf gesunden Frauen sowie fünf Patientinnen mit Eierstockkrebs. Das Ergebnis: Sowohl in den kultivierten Zellen als auch in den Blutproben der erkrankten Frauen fand sich ein charakteristisches Zuckermuster, das an mindestens 15 Stellen vom Profil der gesunden Frauen abwich. Im Gegensatz zum Nachweis von Proteinen sei der Zuckertest sehr viel weniger störanfällig und außerdem recht einfach durchführbar, kommentieren die Forscher. Sie glauben, damit einen viel versprechenden Ansatz für die Eierstockkrebsdiagnose in der Hand zu haben. Als nächstes wollen sie die Identität der abweichenden Zuckermoleküle genauer untersuchen. Auch laufe bereits eine größere Studie mit mehr Patienten und einer größeren Kontrollgruppe, in der die Zuverlässigkeit des Tests bestätigt werden soll.

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