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München (netdoktor.de) - Das inhalative Insulin Exubera für Diabetespatienten scheint keine Vorteile gegenüber injizierten kurzwirksamen Humaninsulinen oder Insulinanaloga zu haben. Die vorliegenden Studien lieferten keine Beweise, dass das Mittel die Lebensqualität oder die Behandlungs- und Therapiezufriedenheit der Patienten in Deutschland verbessere. Zu diesem Ergebnis kommt der erste Rapid Report des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), den das Kölner Institut am 4. Mai 2006 publiziert hat. Es gäbe aber Hinweise auf Nachteile wie zum Beispiel häufigere schwere Unterzuckerungen. Untersucht wurden unter anderem Lebensqualität, Patienten- und Therapiezufriedenheit, Blutzuckerkontrolle (HbA1c-Veränderungen), die Unterzuckerungsrate, unerwünschte Arzneimittelwirkungen sowie die Verhinderung von Folgekomplikationen. Für Diabetes Typ 2 wurde keine Studie gefunden, bei der das Inhalat unter identischen Therapievoraussetzungen mit subkutan verabreichtem Insulin verglichen wurde. Bei der einzigen Studie mit einem direkten Vergleich waren die Behandlungsregime unterschiedlich. Dabei kam es unter dem Inhalationsspray tendenziell zu mehr schwerwiegende Unterzuckerungen – trotz vergleichbarer Blutzuckersenkungen. Bei Diabetes mellitus Typ 1 sei das Spray nach derzeitigem Kenntnisstand ebenfalls keine sichere Alternative, urteilt das Institut: Nur zwei Studien hätten das Inhalat im Rahmen einer intensivierten Therapie mit subkutan gegebenem Insulin verglichen. Auch hier zeigen die derzeit publizierten Studien, dass schwerwiegende Unterzuckerungen trotz vergleichbarer Blutzuckersenkung unter Exubera häufiger auftraten. Bei den unerwünschten Arzneimittelwirkungen fallen bei dem inhalativen Insulin vermehrt auftretender Husten und die Bildung von Insulinantikörpern auf. Auf Basis der derzeit verfügbaren Daten sei nicht auszuschließen, dass bei einer Langzeitanwendung die Lungen geschädigt werden können. Raucher und Menschen mit Lungenerkrankungen wurden aus bisherigen Studien ausgeschlossen. Mit Exubera lässt sich die Anzahl der täglichen Injektionen reduzieren. Braucht der Patient zusätzlich Basalinsulin, lassen sie sich jedoch nicht vollständig vermeiden. Zudem muss er weiterhin regelmäßig den Blutzucker selbst messen, was ebenfalls mit Einstichen verbunden ist. Aus den Studien sei nicht abzuleiten, so das IQWiG , dass die neue Applikationsform generell die Therapiezufriedenheit oder die Lebensqualität verbessere. Die verfügbaren Daten für Deutschland seien nur begrenzt aussagekräftig, weil Exubera offenbar nicht mit den in Deutschland weit verbreiteten Insulinpens, sondern mit Spritzen und Ampullen verglichen wurde. Die IQWiG-Wissenschaftler empfehlen, das Präparat weiter zu evaluieren und die noch offenen Fragen mittels einer weiteren Studie zu klären.
Quelle netdoktor.de

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