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Atlanta (ddp). Autismus basiert auf einem Kommunikationsproblem im Gehirn. Das legt eine Studie amerikanischer Forscher nahe: Bestimmte Gehirnregionen scheinen bei Autisten anders miteinander zu kommunizieren als bei Gesunden. Das konnten die Wissenschaftler mithilfe extrem genauer Messungen der Gehirnstr√∂me, des so genannten EEG, nachweisen. Dabei ist der Austausch zwischen einigen Regionen st√§rker als bei Vergleichspersonen ohne Autismus, zwischen anderen Regionen jedoch schw√§cher. Ihre Ergebnisse stellten Michael Murias und seine Kollegen von der Universit√§t Washington auf der Jahrestagung der Gesellschaft f√ľr Neurowissenschaften in Atlanta vor. Die Wissenschaftler untersuchten 18 Autisten und 18 gesunde Vergleichspersonen im Alter zwischen 19 und 38 Jahren. Teilnahmevoraussetzung war ein Intelligenzquotient von mindestens 80. Die Forscher brachten 124 Elektroden auf der Kopfhaut jedes Probanden an und konnten so winzige elektrische Str√∂me des Gehirns, die durch die Aktivit√§t der Nervenzellen entstehen, r√§umlich pr√§zise erfassen. Die Probanden mussten nichts weiter tun als entspannt auf einem Stuhl zu sitzen und die Augen geschlossen zu halten. In zwei Bereichen unterschieden sich die Autisten von Gesunden, stellte Murias fest: Erstens zeigten sie in der linken Gehirnh√§lfte, die vor allem f√ľr Sprache zust√§ndig ist, eine st√§rkere Aktivit√§t in niedrigen Frequenzbereichen, dem Theta- und Delta-Bereich. Dies k√∂nnte die Schwierigkeiten erkl√§ren, die Autisten bei der Kommunikation mit anderen Menschen haben, erkl√§rt Murias. Zum anderen waren Verbindungen zwischen dem Stirnhirn und den √ľbrigen Teilen des Gehirns bei den Autisten weniger aktiv. Dies k√∂nnte sich wiederum darauf auswirken, wie gut Aufmerksamkeit und Verhalten gezielt gesteuert werden k√∂nnen. Murias und sein Team hoffen, aus ihren Ergebnissen auch praktische Konsequenzen ziehen zu k√∂nnen. Das Aktivit√§tsmuster, das die Forscher bei den Autisten beobachtet haben, sei relativ typisch, erkl√§rt Murias. Messungen des EEG k√∂nnten daher m√∂glicherweise dazu beitragen, Autismus bei Kindern fr√ľhzeitig zu erkennen, so dass rechtzeitig mit F√∂rderma√ünahmen begonnen werden kann. Die Ergebnisse von Murias und seinen Kollegen stimmen auch mit anderen Studien √ľberein, in denen Autisten im Magnetresonanztomographen untersucht wurden. Mit diesem Verfahren kann das ganze Gehirn bildhaft aufgenommen werden und die Aktivit√§t einzelner Regionen mit der von Gesunden verglichen werden. Allerdings kann mithilfe der von Murias verwendeten Methode die Art der Kommunikation zwischen den Hirnzellen genauer bestimmt werden.

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