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Washington (ddp). Wer Durst hat, empfindet Schmerzen intensiver. Das hat ein australisch-amerikanisches Forscherteam in einer Studie mit zehn Freiwilligen entdeckt. Verantwortlich dafür ist eine Prioritätenliste im Gehirn, zeigte die genauere Analyse: Treten zwei potenziell gefährliche Erfahrungen gleichzeitig auf, entscheiden zwei Kontrollareale im Hirn blitzschnell, welche davon die schlimmeren Konsequenzen hat. Anschließend modifizieren diese Kontrolleure andere Hirnregionen so, dass das entsprechende Gefühl verstärkt wahrgenommen wird und der Betroffene sich auf jeden Fall zuerst darum kümmert. Über ihre Studie berichtet das Team um Michael Farrel von der Universität von Melbourne in Parkville in der Fachzeitschrift «PNAS» (Online-Vorabveröffentlichung, DOI: 10.1073/pnas.0511019103). Empfindungen wie Hunger, Durst, Schmerz und extreme Temperaturen sind sehr wichtig für das Gehirn, da sie eine Gefahr für Leib und Leben signalisieren. Aus diesem Grund sorgt die Schaltzentrale normalerweise so schnell wie möglich dafür, dass die Ursache des bedrohlichen Gefühls beseitigt wird. Treten jedoch zwei oder mehrere solcher Empfindungen gleichzeitig auf, entsteht ein Konflikt, denn im Allgemeinen können nicht beide Auslöser mit einer einzigen Aktion abgestellt werden. Das Gehirn muss sich also entscheiden, welches Gefühl auf die größere Gefahr hinweist. Um zu untersuchen, wie eine solche Entscheidung genau getroffen wird, untersuchten die Wissenschaftler die Gehirnaktivitäten ihrer Probanden während eines solchen Konflikts: Sie injizierten den Teilnehmern eine Salzlösung, um sie durstig zu machen, und übten Druck auf ihre Daumen aus, um Schmerz zu erzeugen. Bei diesen beiden Reizen sind die Prioritäten für das Gehirn relativ klar verteilt: Durst ist zwar auf Dauer schädlich für den Körper, stellt aber keine akute Gefahr dar. Schmerz dagegen signalisiert, dass etwas ganz und gar nicht in Ordnung ist und sofort beseitigt werden muss, damit keine Verletzung entsteht. Der Schmerz sollte also beim gleichzeitigen Auftreten beider Empfindungen vom Gehirn in den Vordergrund gestellt werden und das Durstgefühl eher in den Hintergrund treten. Tatsächlich nahm das Schmerzempfinden bei den durstigen Probanden deutlich zu, während ein Schmerzreiz umgekehrt keinen Einfluss auf das Durstempfinden hatte, entdeckten die Forscher. Besonders aufschlussreich war dabei die Aktivität im Gehirn: Jeder Reiz erzeugte, wenn er alleine auftrat, ein typisches Muster an aktivierten Arealen, die sich zum Teil überlappten und zum Teil unterschieden. Beim gleichzeitigen Auftreten beider Empfindungen wurden jedoch zusätzlich zwei Areale aktiv, die bei den isolierten Reizen keine Rolle spielten. Diese beiden Hirnregionen müssen nach Ansicht der Forscher demnach die Kontrollzentren sein, in denen über die Betonung oder Dämpfung eines Reizes entschieden wird.

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