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Definition:

Zerebrale Glukoseunterversorgung bei Glukosewerten ab ca. <50mg/dl (<2,8mmol/l), bei Säuglingen <40mg/dl (abhängig von körpereigenen Gegenregulationsmechanismen)

Ursachen:

  • Am häufigsten betroffen sind Diabetes mellitus-Patienten.
  • Alkoholintoxikation
  • starke körperliche Belastung
  • Überdosierung von Insulin
  • Wechselwirkungen von Medikamenten mit Antidiabetika (Beta-Blocker, nichtsteroidale Antirheumatika, Sulfonamide, etc.)
  • Diätfehler
  • Hyperthyreose und Nebenniereninsuffizienz

Symptome:

  • Heißhunger, Tremor, Unruhe, Angstgefühl, Redezwang
  • Kalter Schweiß, Blässe, Schwindel
  • Normal tiefe, schnelle Atmung
  • Tachykardie
  • RR normal bis erhöht
  • Krampfanfälle, Aphasie, Hemiplegie und Schläfrigkeit bis hin zur Bewusstlosigkeit

Maßnahmen:

Lagerung:

Ansprechbare Patienten in etwas 30° Oberkörperhochlage

Blutzuckermessung (BZ-Messung):

Verwendet wird Kapillarblut aus dem Ohrläppchen oder aus der Fingerbeere. Bei Säuglingen und Kleinkindern ist es auch möglich Blut aus der Ferse zu entnehmen.

Kein venöses Blut zur BZ-Bestimmung verwenden, da dies zu verfälschten niedrigen Werten führen kann!

Ansprechbare Patienten:

Orale Zuckerzufuhr, wenn Traubenzucker oder gezuckerte Getränke nicht zur Hand sind, ersatzweise 5 Ampullen Glukose 40% a` 10ml trinken lassen.
Ob ein Notarzt erforderlich ist, hängt vom Allgemeinzustand des Patienten ab.

Bewusstseinsgestörte oder bewusstlose Patienten:

Stabile Seitenlage

O2-Gabe von 4-6l/Min. Bei Vital gefährdeten Patienten muss die O2 Gabe als obligat angesehen werden.

Monitoring: EKG, SaO2, RR, Puls zur kontinuierlichen Überwachung, da Gefahren bis hin zum Kreislaufstillstand drohen können.
Notarzt-rufen
Venösen Zugang, möglichst großlumige Vene, z.B. am Unterarm punktieren, da Glukose aufgrund der hyperosmolaren Eigenschaften stark venenreizend ist, woraus u.a. Schmerzen für den Patienten resultieren können.
Infusionslösung: kristalloide Lösung
Glukose 40% ( je nach Bedarf 20-40 ml)

Die angestrebten Werte liegen zwischen 150 und 200 mg/dl, bis diese eintreten weitere Glukosegabe bis 12g. Glukose ist stark venenreizend, deshalb langsam unter schnell laufender Infusion spritzen.
Erneute BZ-Messung nach 10 Min., auch bei ansprechbaren Patienten!
Vor der Injektion sichere intravasale Lage prüfen, da die paraversale Gabe der hochosmolaren Glukose zu schweren Nekrosen der Weichteile führen kann!

Falls der hypoglykämische Patient eine Insulinpumpe hat, diese abstellen.

Erweiterte Maßnahmen:

Intubation und Beatmung: wenn der Patient trotz der durchgeführten Maßnahmen bewusstlos bleibt.
Bei Verdacht auf posthypoglykämisches Koma als folge auf die lang andauernde Hypoglykämie: Etomidat 0,15-0,3mg/kg i.v., Suxamethonium 1 mg/kg i.v., Fentanyl 0,1-0,2mg/kg i.v.

Faustregel: 10g Glukose (= 25 ml Glukose 40%) steigern den Serumblutzucker um 100mg/dl
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