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Stabile-Seitenlage
Bild: Stabile-Seitenlage
Die stabile Seitenlage ist eine Erste Hilfe-Maßnahme, die durchgeführt werden muss, wenn ein Patient bewusstlos ist, aber noch atmet. Sie dient dazu, den Patienten vor dem Erstickungstod durch Verlegung oder Verstopfung der Atemwege, beispielsweise durch die eigene Zunge oder Erbrochenes, zu bewahren.

Durchführung der Stabilen Seitenlage

Patient liegt auf dem Rücken

Um die stabile Seitenlage herzustellen, kniet der Helfer seitlich neben dem Patienten.
  1. Zunächst wird die auf der Seite des Helfers liegende Hand mit der Handfläche nach oben (einfache Merkregel: die Hand zur Geldbörse) unter das Gesäß des Patienten geschoben. Die nachfolgende Drehung ist umso leichter, je weiter man die Hand unter das Gesäß schieben kann. Man kann das Gesäß dazu z.B. am Hosenbund anheben.
  2. Anschließend wird das dem Helfer näher liegende Bein des Patienten angewinkelt und der Fuß unter dem Knie des anderen Beines fixiert, damit er nicht wieder umfällt.
  3. Der zweite Arm wird über den Kopf gelegt, mit dem Handrücken an die dem Helfer zugewandte Backe, bzw. darunter. Das verhindert, dass der Kopf bei der Drehung hart auf den Untergrund fällt.
  4. Der Helfer packt dann den Patienten an Schulter und Hüfte und dreht ihn vorsichtig zu sich her
Das Becken des Patienten bildet nun den höchsten Punkt des Körpers; die überkreuzten und auf der Seite liegenden Beine verhindern so ein Umkippen. Zum Kopf hin neigt sich der Körper mehr und mehr auf die Vorderseite. Der Kopf kommt seitlich zum Liegen, der Mund bildet die tiefste Stelle.
  • Der Kopf wird nun vorsichtig überstreckt, also nach hinten gebeugt, damit die Atemwege frei bleiben. Der Mund wird dabei geöffnet, so dass Erbrochenes aus dem Mund abfließen kann, falls der Patient sich übergibt. Der Handrücken soll dabei nicht mehr unter dem Kopf liegen, sondern etwa in Schulterhöhe davor, um nicht im Weg zu sein.
  • Nun muss diese Lage noch etwas stabilisiert werden. Dazu wird der unten liegende Arm (auf der vom Helfer abgewandten Seite) in der Ellenbogenbeuge gefasst und vorsichtig soweit vom Patienten weggezogen, dass der Arm mit dem Handrücken an der Hüfte des Patienten über den Ellenbogen und die Schulter ein Dreieck bildet. Dies verhindert ein Zurückrollen des Patienten.
Patient liegt auf dem Bauch Der Helfer kniet auf der Seite, nach der das Gesicht des Patienten schaut.
  1. Er überstreckt vorsichtig den Hals, nimmt die ihm zugewandte Hand und legt sie mit der Handfläche etwa in Schulterhöhe des Patienten vor den Kopf.
  2. Der Helfer greift unter dem vorderen Bein in die Kniebeuge des auf der abgewandten Seite liegenden Beines und zieht dieses unter dem vorderen Bein vor.
  3. Nun wird der Arm auf der abgewandten Seite in der Ellenbogenbeuge gefasst und hinter dem Patienten soweit gezogen, dass der Arm mit dem Handrücken an der Hüfte des Patienten über den Ellenbogen und die Schulter ein Dreieck bildet.

Weitere Versorgung

Nach Verlagerung des Patienten in die stabile Seitenlage wird mit den weiteren Maßnahmen zur Versorgung des Patienten fortgefahren, wichtig ist dabei
  • die Kontrolle der Vitalfunktionen (Atmung, Puls) in regelmäßigen Abständen
  • die Erhaltung der Körperwärme (siehe Unterkühlung), z.B. mit Hilfe einer Rettungsdecke oder Kleidungsstücken.
Falls noch nicht durch einen zweiten Helfer geschehen, ist spätestens nach der Herstellung der stabilen Seitenlage der Notruf durchzuführen.

Stabile Seitenlage bei Verdacht auf Wirbelsäulenverletzung

Ähnlich wie bei der Helmabnahme besteht oft die Befürchtung, dem Patienten durch unsachgemäßes Hantieren zusätzlichen Schaden zuzufügen. Diese Angst ist jedoch weitgehend unbegründet, da beim sachgerechten Drehen des Patienten die Belastung der Wirbelsäule gering ist.

Bei Bewusstlosigkeit ist die Gefahr des Erstickens durch Verlegen der Atemwege höher zu bewerten als die Gefahr von weiteren Wirbelsäulenschäden. Wenn man ein bisschen vorsichtig ist, dann ist das kein Problem

Bei Verdacht auf eine Verletzung der Wirbelsäule sollte die stabile Seitenlage möglichst durch zwei Helfer hergestellt werden. Der eine Helfer kniet dabei hinter dem Kopf des Patienten und gibt das Kommando zum Drehen. Er hält den Kopf während den Vorbereitungen und der Drehung in die stabile Seitenlage jeweils in der verlängerten Achse der Wirbelsäule.

Wenn man zu zweit ist, dann ist diese Methode grundsätzlich eine gute Idee, auch wenn kein Verdacht auf Wirbelsäulenverletzung besteht.
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