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kindstod

Der plötzliche Kindstod ist die Haupttodesursache im ersten Lebensjahr. Zu seinen wichtigsten - und vermeidbaren - Risikofaktoren gehört, neben Rauchen und dem Verzicht auf das Stillen, die Bauchlage. Verschiedenen Studien zufolge erhöht das Schlafen auf dem Bauch das Risiko für den Krippentod um das Sieben- bis Zwanzigfache. Seit sich diese Gefahr herumgesprochen hat und viele Eltern ihr Baby vorsorglich auf dem Rücken oder in einer stabilen Seitenlage betten, ist die Zahl der Krippentode deutlich zurückgegangen: von 1,6 Fällen je 1.000 Kinder Ende der achtziger Jahre auf heute 0,7.

Das sind aber immer noch mehr als 500 Fälle von plötzlichem Kindstod jährlich allein in Deutschland. Die Todesrate ließe sich weiter deutlich senken, wenn alle Eltern die Bauchlage beim Baby vermeiden würden, mahnen Forscher des amerikanischen Nationalen Gesundheitsinstituts. Immerhin 20 Prozent der Babys würden entgegen allen Warnungen weiterhin auf den Bauch gelegt. In einer aktuellen Studie ermittelten Professor James Marks und Kollegen, dass in 60 Prozent der Fälle von plötzlichem Kindstod das Baby auf dem Bauch geschlafen hatte. "Wir dürfen nicht nachlassen, alle Eltern intensiv über die Wichtigkeit aufzuklären, das Baby auf den Rücken zu legen", sagt Studienleiter Marks.

Bis heute ist nicht hinreichend geklärt, welche genauen Umstände zum Krippentod in der Bauchlage führen. Prof. George Richerson von der Yale University vermutet als Ursache eine Reifungsverzögerung bestimmter Hirnnervenzellen. Diese so genannten serotonergen Zellen sind in unmittelbarer Nähe der großen Hirnarterien platziert. Hier spielen sie die Rolle von Chemorezeptoren, die das Atemzentrum im Hirnstamm steuern: Sie werden stimuliert, wenn der Kohlendioxid-Gehalt des Blutes bedrohlich ansteigt, wie dies der Fall ist, wenn das Baby während des Schlafs sein Gesicht ins Kissen drückt und nicht mehr ausreichend Luft bekommt.

Registrieren die Chemorezeptoren einen Kohlendioxidanstieg, "atmet das Baby tief durch, wacht kurz auf und dreht den Kopf", sagt Richerson. Bei manchen Kindern seien die Chemorezeptoren jedoch nicht ausreichend entwickelt, das körpereigene Alarmsystem funktioniere deshalb nicht. Auch durch Infekte und eine hohe Körpertemperatur kann dieser Schutzmechanismus offenbar beeinträchtigt werden, ebenso durch Überwärmung im Kinderbett, Rückatmung der eigenen Atemluft und Passivrauchen des Babys.

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