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Die Haut des Menschen ist mit etwa 16 Prozent des Körpergewichts und einer Fläche von 1,5 bis 1,8 Quadratmetern das größte menschliche Organ. Wird sie verletzt, steigt die Infektionsgefahr vorübergehend drastisch an. In aller Regel schließt sich eine solche Wunde jedoch schnell wieder und die Haut gewinnt ihre volle Funktion zurück. Doch bei bettlägrigen Patienten und solchen mit Diabetes oder Durchblutungsstörungen in den Beinen, sind die Selbstheilungskräfte des Organismus oftmals stark eingeschränkt: Die Wunde will und will nicht heilen. Besonders häufig sind solche Wunden an Rücken (Dekubitus), Füßen (diabetisches Fußsyndrom) und Unterschenkeln (Ulcus cruris). Die Kosten hierfür sind immens und belaufen sich auf etwa fünf Milliarden Euro jährlich. Dies liegt zum einen an der Menge der benötigten Wundauflagen und Verbandsmaterialien sowie zum anderen an der Behandlungsdauer, die beim Dekubitus durchschnittlich 100 Tage, beim diabetischen Fuß 43 Tage und beim Ulcus cruris 25 Tage beträgt. "Ausgegangen wird hierbei von einer Behandlung mit feuchten Wundverbänden, so genannten Hydrokolloiden", erläuterte Prof. Rudolph Stadler von der Hautklinik Minden auf dem 43. Kongress der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG). "Wesentlich effektiver ist jedoch die Vakuumversiegelung von Wunden mit der neuartigen VAC-Therapie." Bei der Vacuum Assisted Closure-Behandlung wird ein grobporiges Schaumstoffstück in die Wunde gelegt und mit einem Drainage-Schlauch versehen. Darüber wird eine transparente Folie angebracht, die die Wunde abdichtet. Jetzt erzeugt eine kleine Pumpe Unterdruck und saugt die Wundflüssigkeit ab. Prof. Stadler: "Auf diese Weise gelingt es deutlich schneller, die Wunde zum Abheilen zu bringen." Ein Dekubitus wird mit der VAC- Therapie in 65 bis 97 Tagen wieder verschlossen; die Behandlung von Wunden an Füßen oder Unterschenkeln dauert durchschnittlich nur noch 23 bzw. 12 Tage.

Eine Studie der Universität Koblenz hat das daraus resultierende Einsparpotential berechnet. Die Tagessachkosten liegen bei der VAC-Therapie mit 64 Euro zwar um 6 Euro über denen der herkömmlichen Feuchtbehandlung, so Prof. Stadler, doch ergibt sich aufgrund der verkürzten Therapiedauer rein rechnerisch ein maximales Einsparpotential von 1,4 Milliarden Euro. "Einziges Manko: Die VAC-Therapie ist in Deutschland nicht als Regelleistung der gesetzlichen Krankenversicherung zugelassen - ganz im Gegensatz etwa zu den USA oder der Schweiz, wo das Verfahren für die klinische und häusliche Versorgung etabliert ist und von den Kassen erstattet wird", bedauert Prof. Stadler.

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