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London (ddp). Wo sich Arme und Beine gerade befinden, schließt das Gehirn auch aus den eigenen an diese Körperteile gesandten Signalen. Für diese Körperwahrnehmung spielen damit nicht nur die aus den Extremitäten selbst kommenden Informationen eine Rolle. Das haben australische Wissenschaftler in Tests mit Probanden gezeigt. Über ihre Arbeit berichten Janet Taylor von der Universität von New South Wales in Sydney und ihre Kollegen in der Fachzeitschrift «Journal of Physiology» (Bd. 571, Nr. 3, S. 703). Ohne nach unten zu schauen weiß ein Spaziergänger, wo seine Füße gerade sind. Seit langem existieren zwei Erklärungen für dieses Phänomen: Gemäß der so genannten Inflow-Hypothese verlässt sich das Gehirn auf sinnliche Wahrnehmungen - Sensoren in der Haut verraten, wie sich ein Bein bewegt hat. Für diese Theorie hatten Wissenschaftler schon viele Beweise gefunden. Die Outflow-Hypothese hingegen besagt, dass das Gehirn aus seinen eigenen Befehlen an die Muskeln den aktuellen Ort der Beine ableitet. Auch der Outflow-Mechanismus trägt zur Wahrnehmung von Bewegungen bei, konnten Janet Taylor und ihr Team nun erstmals in einer Studie mit sechs Probanden bestätigen. Dazu befestigten sie die rechten Hände der Studienteilnehmer so, dass diese ihre Hände nicht mehr selbstständig bewegen konnten. Allerdings konnten sie noch gegen eine Platte drücken. Während der Tests war den Probanden die Sicht auf ihre fixierte Hand versperrt. Nun bewegten die Wissenschaftler die eingeklemmten Hände und forderten die Probanden auf, mit der Linken ihre versteckte Hand zu berühren. Bei manchen dieser Tests sollten die Teilnehmer zusätzlich Druck auf die Platte ausüben. Alle diese Aufgaben konnten die Probanden gut bewältigen. Anschließend lähmten die Forscher die Hände ihrer Freiwilligen kurzzeitig, indem sie die Durchblutung des Oberarms abschnürten. Als sie den Test wiederholten, konnten die Probanden nicht mehr richtig anzeigen, wohin sich ihre gefühllose Hand bewegt hatte. Auch war ihre taube Hand nicht mehr in der Lage, gegen die Platte zu drücken. Dennoch glaubten die Probanden, eine solche Bewegung vollführt zu haben. Bei dieser Übung mit gelähmten Gliedmaßen habe das Gehirn keinerlei Sinnesinformationen erhalten. Daher sei die Wahrnehmung der Gliedmaßen zumindest teilweise durch Outflow-Signale des Gehirns selbst gesteuert, schließt Taylor. Das erkläre auch, warum Menschen mit amputierten Gliedmaßen manchmal ihr fehlendes Körperteil noch spüren.

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