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Auto im Erlichsee
Bild: Übungsvorbereitung Auto im Erlichsee
Das DRK Ortsverein Oberhausen-Rheinhausen und die DLRG Ortsgruppe Oberhausen-Rheinhausen e.V. machen einmal jährlich eine gemeinsame Übung um die Zusammenarbeit zu optimieren. Damit auch ein kameradschaftlicher Austausch stattfinden kann werden diese Übungen immer Abends bzw. in die Nacht hinein durchgeführt.
Folgendes Übungsszenario wurde angenommen: Am späten Samstagabend fährt ein voll besetzter Kleinwagen in den Erlichsee Oberhausen-Rheinhausen nähe des alten Krieger Werkes. Passanten beobachten den Unfall und alarmieren über die 19222 die Rettungskräfte. Der zuständige Rettungswagen aus Kirrlach ist bei einem größeren Unfall gebunden und die nächsten Rettungsmittel sind mind. 45 Minuten entfernt. Daher wird die Bereitschaft des DRK Oberhausen-Rheinhausen alarmiert, deren Rettungsassistenten und Sanitäter die Verletzten bis zum Eintreffen der Rettungsmittel versorgen sollen. Aufgrund des Meldebildes werden ebenfalls die Einsatztaucher sowie die Bootsgruppe der DLRG Oberhausen-Rheinhausen alarmiert. Zur Bergung des KFZ wird eine Seilwinde benötigt; die Freiwillige Feuerwehr Oberhausen wird zusätzlich mit ihrem GWG alarmiert.

Erstversorgung Betroffener
Bild: Erstversorgung
der Verletzten
Innerhalb weniger Minuten waren zunächst die Einsatzkräfte der DLRG am Einsatzort. Sofort wurde durch den Taucheinsatzführer Bruno Kerner die Situation erkundet und die ersten Verletzten (Laura Bus und Kathrin Rothardt) erstversorgt. Die Einsatztaucher rüsteten sich auf, um nach dem versunkenen KFZ zu suchen. Dabei sahen die Wasserretter eine auf dem See treibende Person, die durch einen Rettungsschwimmer und einen Einsatztaucher mittels einer Rettungsleine gerettet wurde. Die ersten Einsatzkräfte des DRK waren inzwischen eingetroffen, die ersten Patienten wurden von der DLRG an die Rettungsassistenten des DRK übergeben. Der stellv. Bereitschaftsleiter und Einsatzleiter des DRK vor Ort, Mathias Wagner ordnete den Aufbau eine SG 50-Zeltes als Verletzten-Sammelplatz an. Bis dahin wurden die Verletzten in den Rettungswagen der Bereitschaft versorgt.
DLRG im Einsatz am Elichsee
Bild: DLRG im Einsatz

Die Einsatztaucher fanden während dessen den PKW und suchten nach weiteren Personen. Dabei fanden sie einen weiteren Insassen den sie unverzüglich an Land brachten. Wegen der fehlenden Kreislaufzeichen des Patienten begannen DRK und DLRG Einsatzkräfte gemeinsam mit der Reanimation. Ein weiterer, stark alkoholisierter Patient, offenbar der Fahrer des PKW wurde durch die Bootsbesatzung der DLRG im nahen Uferbereich aufgefunden, erstversorgt und an das DRK übergeben. Alle Verletzten waren nun in der Obhut des DRK und die DLRG Einsatztaucher konnten sich an die Bergung des PKW machen. Dies gestaltete sich aber sehr schwierig, denn das Material (Hebesäcke) war den Einsatzkräften nicht bekannt. Tatsächlich ist es aber ebenso in der Realität: Die Hebesäcke sind eine Leihgabe der DLRG Stadtgruppe Karlsruhe e.V.; lediglich die Landesfeuerwehrschule Bruchsal hat noch solche Hebesäcke in unserem Landkreis.
Mehrere Versuche die Hebesäcke an dem PKW anzuschlagen scheiterten an dem hohen Auftrieb der Hebesäcke. Da der PKW im See auf dem Dach lag war ein einfaches Herausziehen nicht möglich. Nach Rücksprache mit dem Taucheinsatzführer und der Übungsleitung wurde die Bergung des PKW auf den Sonntag verschoben.
Bergung Auto aus Erlichsee
Bild: geborgenes Auto
Am Sonntagmittag trafen sich nochmals die Einsatzkräfte der DLRG und des DRK. Geplant war den Pkw mit einem Hebesack anzuschlagen und anschließend mit dem Notfall-Defender (Landrover Defender) des DRK aus dem See zu ziehen. Dieses Vorhaben scheiterte wegen der Heckklappe des PKW, der Hebesack suchte durch diese den Weg an die Oberfläche. Nun entschloss man sich den Pkw an einer Seite an den Achsen zu befestigen, das Fahrzeug mit dem Notfall-Defender (Landrover Defender) unter Zug zu nehmen und so zu drehen. Das glückte so auch und der PKW konnte nach 20 stündigen Tauchgang geborgen werden. Alles in allem war es eine sehr erfolgreiche Übung; die vermissten Personen konnten recht schnell gefunden und versorgt werden. Somit war das primäre Übungsziel erreicht.
Es zeigte sich, welche Rolle die Kommunikation der Einsatzkräfte und Organisationen untereinander spielt. Wichtig sind auch die Ausrüstungsgegenstände, leider verfügt die DLRG im Bezirk Karlsruhe nicht über geeignete Hebesäcke, Tauwerk und Seilwinden um solch einen Einsatz abzuwickeln (Auf der Gemarkung Oberhausen-Rheinhausen mussten in den letzten zwölf Monaten bereits zwei Fahrzeuge (ein PKW, ein LKW) aus dem Altrhein geborgen werden). Hier herrscht dringender Handlungsbedarf und es muss Rücksprache mit den Verantwortlichen von FFW und Gemeinde gehalten werden.

Die Übungsleitung, Tobias Kuhmann (DRK) und Simon Schönecker (DLRG), möchte sich bei folgenden Vereinen und Institutionen für die Unterstützung bedanken: Fa. Auto-Böhler und Frau Eberlein für das Fahrzeug; Armin Süss (Chefredakteur „taucher.net” ) der Gemeindeverwaltung Oberhausen-Rheinhausen und dem Landratsamt Karlsruhe für die Genehmigung; der Freiwilligen Feuerwehr Oberhausen und deren Helfer für die Unterstützung; den Interessenten des Gemeinderats; der RND-Mimgruppe unter der Leitung von Brigitte Albert; allen HelferInnen des DRK und der DLRG. Und natürlich allen, die an dieser Stelle vergessen wurden.
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Quellen:
Text: Simon Schönecker
Bilder: Tobias Kuhmann
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