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Houston (ddp). Folsäurepräparate können das Fortschreiten bestimmter Krebsarten verhindern und auch den Rückgang der Krankheit fördern. Das folgert ein italienisches Forscherteam aus den Ergebnissen einer kleinen Studie mit Patienten, die an einer so genannten präkanzerösen Kehlkopf-Leukoplakie litten. Dabei handelt es sich um eine Verdickung der Rachenschleimhaut, aus der sich sehr häufig bösartige Tumoren bilden. Bei 33 der 43 untersuchten Probanden verkleinerte sich die Gewebeveränderung nach der Behandlung mit hoch dosierter Folsäure um mindestens die Hälfte und verschwand bei einigen sogar vollständig. Folsäurepräparate könnten daher zur Krebsvorsorge bei solchen Risikofällen eingesetzt werden, schreiben die Wissenschaftler um Giovanni Almadori von der Università Cattolica del Sacro Cuore in Rom in der Fachzeitschrift „Cancer” (Ausgabe vom 15. Juli). Die auch als Vitamin B9 bekannte Folsäure kommt vor allem in grünem Blattgemüse, in Leber und in Milch vor, wird aber auch zunehmend in Nahrungsergänzungsmitteln eingesetzt. Nach der Aufnahme wird die Folsäure für lebenswichtige Reaktionen des Stoffwechsels verwendet, darunter zum Beispiel die Bildung und Reparatur des Erbguts oder der Umbau der als schädlich geltenden Aminosäure Homocystein zum harmlosen Methionin. Bereits früher hatten Untersuchungen an Tieren und Menschen gezeigt, dass zwischen Folsäuremangel, dem dadurch bedingten erhöhten Homocystein-Spiegel im Blut und verschiedenen Krebsarten ein Zusammenhang bestehen könnte. Einige Studien lassen zudem vermuten, die Einnahme von Folsäurepräparaten oder hohen Mengen an Folsäure mit der Nahrung könnte einen Schutz gegen Krebs bieten. In ihrer Arbeit verabreichten Almadori und seine Kollegen nun 43 Patienten mit einer Kehlkopf-Leukoplakie dreimal täglich fünf Milligramm Folsäure. Diese Menge ist mehr als 35-mal höher als die von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung empfohlenen Tagesdosis von 400 Mikrogramm. Sechs Monate nach Beginn der Studie war die Gewebeveränderung laut der Forscher bei 19 der Patienten um mindestens 50 Prozent zurückgegangen und bei zwölf der Probanden sogar ganz verschwunden. Bei den restlichen zwölf Teilnehmern konnten Almadori und seine Mitarbeiter keine Wirkung feststellen. Der Folsäurespiegel sei bei allen Patienten angestiegen, schreiben die Forscher, und die Mengen an Homocystein hätten entsprechend abgenommen.

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