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Im Kaffee steckt das Krebsgift Acrylamid. Wie groß ist die Gefahr durch das Lieblingsgetränk der Deutschen wirklich?

Diese Gesundheitswarnung musste einschlagen: In einer Untersuchung für seine Mai-Ausgabe entdeckte das „Öko-Test“-Magazin die Krebs erregende Substanz Acrylamid in allen analysierten Kaffeesorten. Neun von 8 Röstkaffees enthielten mehr als das von den Öko-Testern festgelegte Limit (einen verbindlichen Grenzwert gibt es nicht). Darüber hinaus fanden sich der Schadstoff Furan und das Schimmelpilzgift Ochratoxin A, das allerdings „keine große Rolle spielt”.

Weil sie die drei Verbindungen schlimmstenfalls in Spuren enthielten, bekamen drei Produkte – Eilles Gourmet- Kaffee, Idee Kaffee Classic und die Säckchen („Pads”) von Valentino – das Prädikat „sehr gut”. Doch das Problem mit dem Getränk Nummer eins im Lande, das mit einem jährlichen Pro-Kopf-Verbrauch von 150 Litern vor Mineralwasser und Bier rangiert, geht tief: Acrylamid und Furane entstehen beim Rösten, jenem Vorgang, der dem Muntermacher Aroma gibt. Gänzlich vermeiden ließen sie sich wohl nicht, wenn Kaffee seine Eigenschaften behalten soll, bilanziert das Bonner Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL): „Die Grenzen der technologisch realisierbaren Minimierung sind erreicht.” Das BVL gesteht den Herstellern zu, in den vier Jahren seit der Entdeckung des Acrylamids alles Vertretbare getan zu haben, um den Gehalt zu senken.

Kartoffelchips sind gefährlicher als Kaffee

Direkt gesundheitsschädlich sei aber Kaffeegenuss innerhalb gewisser Grenzen nicht, meint der Münchner Toxikologe Helmut Greim. Wer eine Tüte (175 Gramm) Kartoffelchips knabbert, nehme bis zu 90 Mikrogramm Acrylamid auf. Eine große Tasse Kaffee schlage sich mit höchstens vier Mikrogramm nieder. Weil der durchschnittliche Erwachsene pro Tag 70 Mikrogramm Acrylamid verzehre, sei die Chipstüte bedenklich, der Kaffee hingegen, so Greim, „ein beherrschbares Problem”.

„Vergleichsweise wenig Potenzial” zur Auslösung von Krebs bescheinigt Matthias Baum von der Fachrichtung Lebensmittelchemie und Umwelttoxikologie der Universität Kaiserslautern dem Acrylamid. Andererseits esse der Mensch die Substanz Tag für Tag, was sie schon wieder gefährlicher mache. Baum glaubt aber zusätzlich an einen bislang im Detail unbekannten Faktor, „nämlich die Effizienz, mit der der Abbau von Acrylamid im Körper verläuft”. Angesichts der Tatsache, dass die Menschheit nun schon seit Jahrhunderten durch Rösten, Backen und Frittieren ihrer Nahrung Acrylamid entstehen lasse, dürfte der Abbau recht gut funktionieren, mutmaßt Baum. Ähnlich könnte es sich mit der anderen von „Öko-Test” gemessenen Substanz, dem Furan, verhalten.

Wer sich darauf nicht verlassen will, kann sich bei Pommes & Co. an die Regel halten: je knuspriger, desto ungesünder. Beim Kaffee heißen die Vermeidungsstrategien, entweder wenig vom Echten oder viel vom Verdünnten zu nehmen. „Lösliche Kaffeeprodukte”, so „Öko-Test”, „enthalten im fertigen Getränk kaum Acrylamid.” Die verwendete Menge des Pulvers sei so gering, dass das Gift dann nur in Spuren nachweisbar sei.

Der Artikel erschien unter dem Titel „In kleinen Dosen” im FOCUS-Magazin Nr. 20 vom 15. Mai.
Quelle: focus.msn.de

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