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Vergebliche Suche nach Defibrillator
27.02.2007, 13:36
Beitrag: #1
Vergebliche Suche nach Defibrillator
Vergebliche Suche nach Defibrillator
Bürgermeisterin bestellt nach Notfall von Mittwoch kurzfristig zwei neue Geräte

Ettlingen. Wie gut ist der Bürger in Ettlingen in einem medizinischen Notfall versorgt, wenn es um Minuten, vielleicht gar Sekunden geht? Diese vielleicht vordergründig laienhafte Frage stellten sich viele Anwesende, als am Mittwochabend bei einer CDU-Veranstaltung im Schloss Ettlingen (wir berichteten) OB-Stellvertreter Werner Reich bewusstlos zusammenbrach und anwesende Ärzte sich bemühten, sein Leben zu retten.

Da mutmaßlich die Herztätigkeit bei Reich ausgesetzt hatte und der bei der Rettungsleitstelle angeforderte Notarzt erst aus Durlach anfahren musste, wurde schnell der Ruf nach einem Defibrillator laut. Der Defibrillator ist ein medizinisches Gerät, das durch gezielte Stromstöße Herzrhythmusstörungen wie Kammerflimmern und Kammerflattern oder Vorhofflimmern oder -flattern beenden kann. Seit den 90er Jahren werden die Geräte zunehmend auch in vielen öffentlich zugänglichen Gebäuden und Orten für eine eventuelle Anwendung durch medizinische Laien vorgehalten. Entscheidend bei der Defibrillation ist der frühestmögliche Einsatz, da die durch das Kammerflimmern hervorgerufene Unterversorgung des Gehirns mit Sauerstoff binnen kurzer Zeit zu massiven neurologischen Defiziten führen kann.

Die anwesende Bürgermeisterin Cornelia Petzold-Schick versuchte über die Rettungsleitstelle beim Landratsamt deshalb am Mittwochabend von der Feuerwehr in Ettlingen einen Defibrillator zu erhalten. Doch vergeblich: Trotz aller Bemühungen war das Gerät so schnell wie gewünscht nicht zu bekommen. Es stand verschlossen im Feuerwehrgerätehaus. Derweil wartete man mit Bangen auf den Notarzt. Minute um Minute verging. Kein Wunder, normalerweise kommt der Rettungswagen aus Rüppurr – der war aber ausgelastet – und so dauerte es zwangsläufig länger.

Sozialminister a. D. Erwin Vetter, der bei der CDU-Veranstaltung auf dem Podium gesessen hatte, und andere kommentierten derweil, dass in einem Schloss wie Ettlingen ein Defibrillator für medizinische Notfälle leicht zugänglich vorhanden sein müsse. Niemand hatte in der Wartezeit eine Idee, wo noch in der Ettlinger Kernstadt ein solches, manchmal Leben rettendes Gerät aufzutreiben ist. Petzold-Schick reagierte gestern sofort und ließ für Schloss und Stadthalle gleich zwei neue Defibrillatoren bestellen. Gleichzeitig betonte sie aber, dass damit nicht zum Ausdruck komme, wenn ein Gerät sofort da gewesen wäre, es im konkreten Fall besser gelaufen wäre.

Eine Überraschung gab es am Morgen nach der vergeblichen Suche: Da stellte ein Mitarbeiter der Stadtverwaltung fest, das in nächster Nähe, sprich im Vogel Hausbräu ein Gerät vorhanden ist. Gerade einmal zwei Minuten vom Schloss. Es kommt noch besser. In Ettlingen gibt es sogar 14 weitere solche Geräte, ausweislich einer Liste des Bürgermeisteramtes. Martin Knaus, kommissarischer Stadtbrandmeister in Ettlingen, verwies darauf, dass nach seinen Erfahrungen normalerweise der Rettungsdienst schneller als die Feuerwehr am Notfall-Ort ist. Und im Gerätehaus sei um 16 Uhr Dienstschluss. Man müsse deshalb Verständnis dafür haben, dass das Gerät nicht schnell beschafft habe werden können.

Quelle: BNN

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