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1. Barotraumen des Ohres

Das Ohr besteht aus dem Außenohr, dem Mittelohr und dem Innenohr. Das Außenohr geht von den Ohrmuscheln bis zum Trommelfell. Das Mittelohr geht vom Trommelfell bis zum Runden und Ovalen Fenster.
Im Ohr ist nicht nur der Gehörsinn, sondern auch der Gleichgewicht und der Lagesinn untergebracht. Gleichgewichts und Lagesinn sind im Mittelohr, der Gehörsinn im Innenohr untergebracht.

1.1 Barotrauma des Außenohrs

Durch die breite Öffnung nach draußen stellt das Außenohr keine eigentlich Köperhöhle dar und ist auch normalerweise nicht gefährdet durch einen relativen Unterdruck. Erst wenn z.B. Enganliegende Badekappen oder Ohrenstöpsel benützt werden, also der äußere Gehörgang verstopft wird, kann ein Unterdruck entstehen. Das bewirkt, daß beim Abtauchen ein Ohrenstöpsel in den Gehörgang hineingedrückt wird und beim Auftauchen im Bereich zwischen Trommelfell und Ohrenstöpsel ein Überdruck entsteht, der das Trommelfell überdehnt oder nach Innen durchstößt. Die Folgen sind akute, heftige Schmerzen und je nach Grad der Schädigung des Trommelfels zeitweilige oder dauerhaft Schwerhörigkeit. Ein Trommelfellriß bedeutet auch meistens das der Betroffene selbst nach Verheilung des Trommelfells immer wieder Probleme mit dem Druckausgleich hat und deswegen das Tauchen aufgeben oder einschränken muß.

Schutz:
Keine Ohrenstöpsel oder enganliegende Badekappen tragen. Bei Problemen durch viel Ohrenschmalz einen Arzt konsultieren. Gefahr eines Ceruminalpropf.

1.2 Barotrauma des Mittelohrs

Es ist über die Eustachische Röhre mit dem Nasen-Rachen Raum verbunden. Diese Eustachische Röhre kann durch z.B. einen Schnupfen verlegt sein. Auch bei einem zu schnelles Abtauchen reicht die durchgehende Luftmenge nicht aus um den Unterdruck auszugleichen. Die sofortige Folge ist ein Anschwellen der Schleimhäute uns somit eine Verlegung der Eustachischen Röhre. Daraufhin entsteht im Mittelohr beim Abtauchen ein relativer Unterdruck. Der größere Umgebungsdruck wölbt das Trommelfell nach Innen, und kann es auch durchstoßen. Die Folge ist nicht nur eine Schwerhörigkeit wie oben beschrieben, sonder auch ein Eindringen von Wasser in das Mittelohr. Das konnte im Oben beschriebenen Fall nicht geschehen, da der Ohrenstöpsel den Gehörgang blockierte. Dieses Wasser bringt nun den im Mittelohr untergebrachten Gleichgewicht und Lagesinn durcheinander. Die Folge sind Gleichgewichtsverlust und Orientierungslosigkeit. Wenn der Taucher daraufhin in Panik verfällt, kann dies besonders bei Gerätetauchern, tödlich enden.
Dieses nach Innenwölben des Trommelfells kann durch den Druckausgleich kompensiert werden. Der Überdruck im Nasen-Rachen Raum wandert die Eustachische Röhre entlang und drückt das Trommelfell wieder nach Außen.

Schutz:
Druckausgleich in regelmäßigen Abständen durchführen, wenn er nicht möglich sein sollte ist der Tauchgang sofort abzubrechen.

1.3 Barotrauma des Innenohrs

Das Innenohr ist mit Flüssigkeit gefüllt und kann daher nicht durch ein Barotrauma im üblichen Sinn geschädigt werden. Allerdings kann ein erzwungener Druckausgleich eine explosionsartige Druckwelle auslösen das rund Fenster einreißen und die Lympheflüssigkeit auslaufen lassen. Die Druckwelle kann auch die Platte des Steigbügels, das dritte Ohrknöchelchen, in das Ovale Fenster drücken. Die Folgen sind jeweils ein Höhrverlust oder ständige Hörgeräusche.

Schutz:
Einen Druckausgleich nie mit Gewalt durchführen.

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